ELBLANDKLINIKUM Radebeul: Institutsambulanz statt Notaufnahme
Barrieren abbauen – das ist das zentrale Anliegen von Privatdozent Dr. Maximilian Pilhatsch. Seit 2020 ist er Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Elblandklinikum in Radebeul mit dem Ziel, die Hürden für die ambulante Betreuung der Patienten zu senken.
„Hier in der Region gibt es eine deutliche Unterversorgung mit niedergelassenen psychiatrischen Fachärzten. Der Bedarf ist riesengroß“, schildert der Mediziner die Situation im Landkreis Meißen. Viele Patienten mit akuten psychischen Problemen wählen deshalb mangels Alternativen häufig den Weg über die Notaufnahme. Für diese Fälle soll nun die psychiatrische Institutsambulanz erste Anlaufstelle sein. Sie steht Menschen mit Erkrankungen wie z.B. chronischen Psychosen, schweren affektiven Störungen und Doppeldiagnosen offen. Eine solche Ambulanz existierte zwar bereits, hatte aber einen Patientenstamm von lediglich 100 Patienten. Unter der Leitung von Maximilian Pilhatsch ist er bereits auf ca. 200 angewachsen, perspektivisch sollen es 400 bis 500 Patienten sein.
Umfassende Therapieangebote
Diese sollen über die Institutsambulanz in Zukunft auch Psychotherapien in Anspruch nehmen können, es gibt einen Sozialarbeiter, der sich speziell um die Belange psychisch Erkrankter kümmert, außerdem kommen weitere Fachärzte hinzu. „Auch in den Bereichen Sucht und Demenzen soll es niedrigschwellige Behandlungsangebote geben. Vor allem Letzteres ist aufgrund der demografischen Entwicklung wichtig“, so Pilhatsch. Patienten können sich dann ganz einfach mit einem Termin in der Institutsambulanz vorstellen. Entscheidend sei vor allem die Behandlungskontinuität, sodass Erkrankte nicht ständig den Arzt wechseln müssen. Das Angebot soll den Patienten ab Anfang 2022 offenstehen.
Aber auch jetzt schon profitieren sie im Elblandklinikum Radebeul von einem bunten Portfolio an begleitenden Therapiemöglichkeiten, darunter Ergo- und Physiotherapie sowie Yoga und Bibliotherapie. Sogar ein zweiter Musiktherapeut wurde eingestellt. Pilhatsch setzt neben der streng evidenz- und leitlinienorientierten Medizin auch auf komplementäre Behandlungsmethoden, die beispielsweise auch Meditation, Ernährungsberatung und Akupunktur mit einbeziehen. Das Therapieangebot soll kontinuierlich in diese Richtung weiterentwickelt werden.
In den nächsten fünf bis sechs Jahren soll zudem ein kompletter Neubau der psychiatrischen Klinik entstehen, denn das jetzige Gebäude verfügt weder über ausreichend barrierefreie Zugänge noch über eine psychiatriespezifische Ausstattung, wobei vor allem die Suizidprävention an erster Stelle steht. Auch Tagesklinikplätze und ein Therapiegarten sollen eingerichtet werden.
Viele Möglichkeiten für medizinischen Nachwuchs
Neben seiner Tätigkeit am Elblandklinikum ist Maximilian Pilhatsch auch regelmäßig an der Dresdner Uniklinik präsent, wo er die Suchtambulanz leitet, als Hochschullehrer im akademischen Austausch steht und zwei hochkarätige Forschungsprojekte leitet. Aber auch der Status „Akademisches Lehrkrankenhaus“ in Radebeul wird gestärkt, denn angehende Fachärzte können nun an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Radebeul auch Doktor- oder Habilitationsarbeiten schreiben und sich an Forschungsprojekten und Publikationen beteiligen. Denn Barrieren sollen nicht nur für die Patienten, sondern auch für den medizinischen Nachwuchs abgebaut werden.
ELBLANDKLINIKEN Stiftung & Co. KG
ELBLANDKLINIKUM Radebeul
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Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie: 0351 833-3560
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Redaktion: Ute Nitzsche