Wieder alles im Fluss

An den Helios Weißeritztal-Kliniken werden Gefäßerkrankungen schonend per Lasertherapie behandelt.

Krampfadern – damit assoziieren die meisten ein Problem, das vor allem alte Menschen betrifft. Doch auch jüngere Personen sind nicht selten von den krankhaften Venenveränderungen betroffen. Diese sind nicht nur unschön, sondern können je nach Schweregrad unterschiedlich starke Beschwerden hervorrufen.

Anfällig sind vor allem die oberflächlichen Venen. Haupt­ursache ist ein schwaches Bindegewebe, das in der Regel vererbt ist. Dadurch wird die Vene mit der Zeit immer weiter ausgedehnt und die Venenklappen können nicht mehr richtig schließen. Ein Teil des Blutes wird dann nicht mehr zum Herzen zurückgepumpt, sondern fließt in Richtung Fuß. Die Folge: Die Vene weitet sich noch mehr, die Beine fühlen sich schwer an, die Patienten haben Schmer­zen, es kann zu Hautveränderungen kommen und im schlimmsten Fall zu einem offenen Bein.

Kompressionsstrümpfe helfen nur kurzfristig

Krampfadern vorzubeugen ist schwierig. Wer dazu neigt, wird sie früher oder später sehr wahrscheinlich auch bekommen. Frauen sind eher von Venenleiden betroffen als Männer, da eine Schwan­­gerschaft den Venendruck in den Beinen erhöht. Das Schwan­ger­schaftshormon Progesteron verstärkt diesen Effekt noch zusätzlich. Als einfache Form der Behandlung können Kompressions­strümpfe empfohlen werden, die jedoch einige Nachteile und Ein­schränkungen im Alltag mit sich bringen. Oft rutschen sie, schneiden in die Haut ein, und gerade im Sommer, wenn es sehr warm ist, empfinden die meisten Patienten die Strümpfe als lästig. Zudem müssen sie tagsüber konsequent getragen werden, um zumindest den Status quo aufrechtzuerhalten. Und nicht zuletzt entsprechen sie nicht unbedingt den Vorstellungen von einem schicken Klei­dungsstück – für viele Betroffene ein nicht unerheblicher Grund, sie einfach in der Schublade zu lassen.

Die Alternative zu den ungeliebten Strümpfen und langfristig be­trachtet auch die nachhaltigere Lösung ist die Entfernung der er­krankten Venen. Eine gängige und zudem schon recht alte Be­handlungsmethode ist das Stripping. Bereits 1892 wurden damit Krampfadern entfernt. Heute werden unter Vollnarkose oder einer Rücken­marks­narkose dabei mindestens zwei Schnitte gemacht – am Knöchel und in der Leiste – und die erkrankte Vene wird, vereinfacht gesagt, herausgezogen. Abgesehen von einer mindestens zweiwöchigen Krankschrei­bung birgt das Verfahren einige Risiken. Dr. med. Andreas Ulbrich, Fach­arzt für Innere Medizin und Angiologie/Phle­bo­logie und Oberarzt Kardio­logie und Angiologie an den Helios Weißeritztal­-Kliniken in Freital, erklärt: „Bis zu sechs Wo­chen nach dem Eingriff ist unter der Haut eine Wundfläche vorhanden, eine Art blauer Fleck, der einige Zentimeter dick sein kann. Das Bein kann sich dann heiß anfühlen und sich blau verfärben.“

Kaum Risiken bei Lasertherapie

Viel schonender ist die Lasertherapie. Andreas Ulbrich hat sie im Februar 2017 mit nach Freital gebracht, als er dort seine Stelle an­getreten hat. „Für die Lasertherapie benötigen wir nur eine örtliche Betäubung und können während des gesamten Eingriffs mit dem Patienten sprechen. Die Risiken einer Vollnarkose fallen weg, weshalb sich die Methode für nahezu jeden Patienten eignet. Wir können sie zum Beispiel problemlos bei Herz- oder Nieren­problemen anwenden. Und auch für hochbetagte Patienten stellt sie kaum ein Risiko dar“, erläutert der Mediziner. Zudem kann sie in allen Stadien der Erkrankung zum Einsatz kommen. Die einzige Aus­nahme bilden sehr große Krampfadern, die direkt unter der Haut liegen. In diesem Fall ist eine Kombination aus Laser und kleinen Schnitten das Mittel der Wahl. Dennoch ist die OP als klassisches Verfahren eine gute Methode, Krampfadern zu be­handeln. Vor der Behandlung steht ein ausführliches Ge­spräch mit dem Patienten, bei dem auch die Venen in den Bei­nen per Ultra­schall gründlich untersucht werden. Anhand des Befundes be­rät Andreas Ulbrich dann zu möglichen Therapie­formen und bespricht mit dem Pa­tienten das weitere Vorgehen, insbesondere zur individuell am besten geeigneten Therapie und auch zur Kostenübernahme­situation.

Bei der eigentlichen Lasertherapie wird die Krampfader zunächst punktiert und anschließend wird die Laserfaser unter Ultra­schall­sicht vom Fuß in Richtung Leiste geschoben.  Anschließend wird das gesamte Umfeld der Vene betäubt und der Laser verschweißt sie einfach von innen. Die verödete Vene bleibt im Körper, der das Gewebe dann nach und nach von selbst abbaut. „Mit dieser Technik können wir millimetergenau arbeiten. Schwere Blutungen können wir ebenso ausschließen wie Wundinfektionen und Nerven­schädigun­gen“, sagt Andreas Ulbrich. Direkt im Anschluss an die Behand­lung sollen die Patien­ten sogar aufstehen und gleich eine Stunde umherlaufen. Noch am selben Tag können sie wieder nach Hause entlassen werden und nach zwei bis drei Tagen Schonzeit ist das Ganze überstanden.

Gute Erfolge selbst bei schweren Fällen

Auch bei einem offenen Bein, also einer bakteriell infizierten Wun­de, dem schlimmsten Stadium einer Krampfader, werden mittels Lasertherapie gute Erfolge erzielt. Dabei wird oberhalb der Wunde gelasert, um krankhaften Rückstrom des Blutes zu beenden, so kann die offene Stelle abheilen. Ohne Behandlung verläuft der Heilungs­prozess extrem langsam, da die Krampfader selbst die Ursache der Wunde ist – ein regelrechter Teufelskreis, der dank Lasertherapie durchbrochen werden kann.

Aufgrund der guten Erfolge der Lasertherapie bei Krampfadern übernehmen viele Kassen die Kosten auf freiwilliger Basis. Die Beratung zur Kostenübernahme erfolgt im Rahmen der Vor­stellung in der Sprechstunde. Terminvereinbarung kann unter der Telefonnummer 0351-6467700 erfolgen. Ist das geklärt, gehören schwere, schmerzende Beine und dicke, unattraktive Strümpfe bald der Vergangenheit an.                    

Kontakt:Helios Weißeritztal-Kliniken, Bürgerstraße 7, 01705 Freital, Dr. med. Andreas Ulbrich, Oberarzt Kardiologie und Angiologie, Facharzt für Innere Medizin und Angiologie/Phlebologie, Telefon 0351 646-7700, www.helios-gesundheit.de/kliniken/weisseritztal

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