Mit dem Laser gegen die Katarakt

Prof. Dr. med. Andreas Böhm / Foto: © Franziska Pilz
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Es ist eine gewaltige Zahl. Jedes Jahr werden in Deutschland über 650.000 Katarakt-Operationen durchgeführt, bei denen die getrübte Linse durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt wird. Damit gehört die Behandlung der im Volksmund als grauer Star bekannten Linsentrübung zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen in Deutschland.

Die Anzahl der Kataraktoperationen wird durch die Verände­rung der Altersstrukturen in den nächsten Jahren eher noch steigen. Die sogenannte Phakoemulsifikation ist dabei das Standardverfahren und wird seit 1967 ununterbrochen angewandt. Der Linsenkern wird mit einer durch Ultraschall angeregten Kanüle zerkleinert und verflüssigt, bevor die dadurch entstehenden Trümmer abgesaugt werden. Seit 2008 gibt es zusätzlich eine Weiterentwicklung dieses Verfahrens, bei dem wesentliche Schritte der Operation mit dem sogenannten Femtosekunden­laser (kurz: Femtolaser) durch­geführt werden. Dank der vorherrschenden Infrastruktur und der Erfahrung der Operateure können die Patienten im Augen­centrum Dresden mit beiden Verfahren behandelt werden. Das Top Gesundheitsforum sprach mit Prof. Dr. med. Andreas Böhm über das Für und Wider der beiden Methoden. Die Anzahl der Kataraktoperationen wird durch die Verände­rung der Altersstrukturen in den nächsten Jahren eher noch steigen. Die sogenannte Phakoemulsifikation ist dabei das Standardverfahren und wird seit 1967 ununterbrochen angewandt. Der Linsenkern wird mit einer durch Ultraschall angeregten Kanüle zerkleinert und verflüssigt, bevor die dadurch entstehenden Trümmer abgesaugt werden. Seit 2008 gibt es zusätzlich eine Weiterentwicklung dieses Verfahrens, bei dem wesentliche Schritte der Operation mit dem sogenannten Femtosekunden­laser (kurz: Femtolaser) durch­geführt werden. Dank der vorherrschenden Infrastruktur und der Erfahrung der Operateure können die Patienten im Augen­centrum Dresden mit beiden Verfahren behandelt werden. Das Top Gesundheitsforum sprach mit Prof. Dr. med. Andreas Böhm über das Für und Wider der beiden Methoden.

Welche Vorteile bestehen bei der Katarakt-Operation mit dem Femtolaser gegenüber dem Standardverfahren?
Prof. Böhm: Die Phakoemulsifikation ist nach wie vor das Stan­dardverfahren für die Kataraktoperation. Seit der Entwick­lung 1967 hat sich diese Operationstechnik im Grunde genommen nicht verändert, auch wenn das Verfahren in Details verfeinert wurde. Erst 2008 hat man damit begonnen, wesentliche Teil­schritte mit dem Femtolaser durchzuführen. Durch den Einsatz des Femto­lasers wird bei der Kataraktoperation eine Präzision erreicht, wie sie bei dem konventionellen Standardverfahren nicht erreicht werden kann. So wird die Linse bei der Operation zunächst kreisrund eröffnet. Auch der versierteste Operateur ist nicht in der Lage regelhaft einen perfekten Kreis mit einer optimalen Zentrierung hinzubekommen. Da ist der Laser überlegen.

Warum ist diese Präzision so wichtig?
Wir implantieren die Kunstlinse in den eröffneten Kapselsack. Durch eine präzise eröffnete Linsenkapsel kann die Kunstlinse genauer positioniert werden. Dadurch ist das Ergeb­nis besser vorhersagbar.

Welche Vorteile gibt es noch?
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Behand­lung mit dem Laser schonender für das Auge ist. Der Femtolaser zerschneidet die getrübte Linse in viele kleine Stücke. Dadurch kann die Ultraschallenergie deutlich reduziert oder sogar ganz auf Ultraschallenergie verzichtet werden. Dies ist wichtig, da durch den Ultraschall die Endothelzellen geschädigt werden. Die Endo­thel­zellen befinden sich in einer einzelligen Schicht auf der Rückseite der Hornhaut. Diese Zellen pumpen Flüssig­keit aus der Hornhaut, um die Hornhaut klar zu halten und können sich nicht regenerieren. Je härter die Linse, desto mehr Ultraschallenergie braucht man zur Verflüssigung der Linse und desto größer ist damit die Gefahr, dass diese Zellen geschädigt werden. Das Auge ist dann nach der Operation gereizter. Mit dem Femtolaser kann durch die Reduktion der Ultraschallenergie die Belastung für die Horn­haut dagegen stark reduziert werden.

Gilt die Phakoemulsifikation mit Ultraschall also als überholt?
Nein. Die Phakoemulsifikation ist nach wie vor ein be­währtes Verfahren, das bei den meisten Patienten zu guten Er­geb­nissen führt. Sie ist nicht umsonst einer der häufigsten Ein­griffe überhaupt in der Medizin, verursacht sie doch nur in den seltensten Fällen Probleme. Doch wie so oft gilt: Das Bessere ist der Feind des Guten. Die Operation mit dem Femtolaser ist im Ver­gleich zu der Standardoperation präziser und schonender. Allerdings ist die Behandlung mit dem Femtolaser keine Leis­tung der gesetzlichen Krankenkassen. Wir klären die Patienten natürlich über alle Optionen auf. Doch jeder muss für sich entscheiden, ob ihm dieses Mehr an Genauigkeit und Schonung die zusätzlichen Kosten wert ist. Tat­säch­lich kommen mittlerweile viele Patienten gezielt zu uns, die sich für das Verfahren interessieren.

Welchen Patienten können Sie dann die Behandlung mit dem Femtolaser empfehlen?
Das Feld der Kataraktoperationen hat sich in den letzten Jahren in weiten Teilen zu einer refraktiven Chirurgie entwickelt. Die Patienten wollen nicht mehr nur Sehstörungen beheben. Sie wollen ihr Sehen verbessern, indem Korrekturen wie Brillen und Kontaktlinsen ersetzt oder zumindest deren benötigte Stärke deutlich reduziert werden soll. Man muss sagen, dass der Anspruch der Patienten an das operative Ergeb­nis sehr viel höher geworden ist. Diese Patienten sollten sich durchaus darüber Gedanken machen, ob das Potenzial zusätz­licher Präzision bei der Behandlung mit dem Femtolaser Sinn macht. Aber auch Patienten mit sehr harten Linsen oder empfindlichen Hornhäuten, wie z.B. bei einer sogenannten Cornea guttata oder Fuchs’sche-Hornhaut­dystrophie, profitieren von dem Einsatz des Femtolasers. Es gibt allerdings auch Aus­schluss­kriterien, die aber sehr selten sind. Das können etwa sehr enge Lidspalten oder enge Pupillen sein. Das wird natürlich vor dem Eingriff geprüft.

Gibt es Unterschiede bei den verschiedenen Lasersyste­men?
Prinzipiell sind alle Femtolaser-Systeme in der Lage die Operation präzise durchzuführen. Wir verwenden das LENSAR-Lasersystem, das als einziges System mit einer speziell entwickelten Kamera eine echte dreidimensionale Rekonstruk­tion der Linse ermöglicht. Zudem hat der Operateur bei diesem Sys­tem während der gesamten Operation die volle visuelle Kontrol­le über die einzelnen Operationsschritte. Dies gibt zusätzliche Sicherheit.

Wie lange dauert es bis nach der Operation erkennbare Ver­besserungen auftreten?
Viele Patienten können schon am nächsten Tag wieder gut sehen, bei anderen kann es auch etwas länger dauern.

Welche Optionen gibt es hinsichtlich der Kunstlinsen?
Standardmäßig setzen wir Monofokallinsen ein, also solche mit einem Brennpunkt. Dabei muss sich der Patient entscheiden, ob er in der Ferne oder in der Nähe scharf sehen und auf eine Brille verzichten will. Normalerweise entscheidet man sich dann für die Ferne und nutzt zusätzlich eine Lesebrille. Wobei man bei einer Hornhautverkrümmung nicht garantieren kann, dass keine Rest-Sehschwäche verbleibt. Diese kann man aber mit einer torischen Linse ausgleichen, sofern die Verkrüm­mung relativ gleichmäßig ausgebildet ist. Wenn der Patient nun den Wunsch verspürt, gar keine Brille mehr tragen zu wollen, kann eine Multifokallinse implantiert werden, so dass ein scharfes Sehen in Nähe und Ferne möglich ist.  Letztendlich stimmen wir mit jedem Patienten individuell ab, welche Kunstlinse für ihn die geeignetste Lösung ist.

LEISTUNGEN AUF EINEN BLICK:
Grauer Star und Linse
Korrektur von Fehl­sichtig­keiten Linsenoperation mit dem Femtolaser
Augendiagnostik Sehschule
Grüner Star
Makula- und Netzhaut Gutachten und Atteste
Vorsorgeuntersuchungen

AUGENCENTRUM DRESDEN
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Interview: Philipp Demankowski

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