Grußwort zum Top Gesundheitsforum 2018/2019

Prof. Dr. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden / Foto: Christoph Reichelt
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von Prof. Dr. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ein auf den ersten Blick zurückhaltend wirkender Neubau sorgt derzeit für Furore: Zur Einweihungsfeier kamen Mitte August Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange. Auch diese Wertschätzung zeigt, welche Bedeutung der Neubau für die Bevölkerung hat und welche Erwartungen mit ihm verbunden werden.

Trotz der Investitionssumme von rund 111 Millionen Euro verfügt das Operative Zentrum am Universitätsklinikum Dresden aber weder über einen repräsentativen Eingang, noch über eine luftige Empfangshalle. Dieses Under­state­ment ist Absicht: Der Neubau des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus wird durch Steuermittel des Freistaats finanziert, während für die laufenden Kosten die Kranken­ver­sicherungen aufkommen müssen.

Die äußere Bescheidenheit sollte nicht über die inneren Werte des Hauses hinwegtäuschen. Mit seinen siebzehn Operationssälen und weiteren Eingriffsräumen, der großen Intensivstation, den drei Normalstationen, der Chirur­gi­schen Notaufnahme, dem Ambulanzbereich sowie der Zentralsterilisation gehört unser Haus 32 zu den modernsten OP-Zentren Europas.

Dazu tragen unter anderem die beiden hochmodern ausgestatteten OP-Säle bei, an die direkt ein leistungsstarker 3-Tesla-Magnetresonanztomograph angegliedert ist. Diese rich­tungs­weisende Konstellation ermöglicht es, zum Beispiel bereits wäh­­rend einer Operation am Gehirn hochauflösende Auf­nahmen vom OP-Gebiet zu machen. Damit ist es den Neuro­chirurgen möglich, noch zuverlässiger und präziser Tu­mor­gewebe im menschlichen Gehirn zu entfernen, ohne mehrmals operieren zu müssen und damit auch die Aussichten für die Patienten zu verbessern.

Im Erdgeschoss wird die multidisziplinär ausgerichtete Chirurgische Notaufnahme eröffnen. Sie verfügt über eine Intensivstation als Backup und ist direkt an den darüber liegenden OP-Bereich angeschlossen. Auch hält das Uni­klini­kum damit endlich adäquate Kapazitäten bei der Versorgung chirurgischer Notfälle vor.

Die innovative Struktur des Gebäudes sorgt nicht nur für effiziente Abläufe und höchstmögliche Patientensicherheit, sondern eröffnet der Chirurgie auch bedeutende Zukunfts­perspektiven. In den sechs digital voll integrierten Spezial-OPs steht uns ein Netzwerk und eine innovative Software zur Verfügung, mit der sich Datenquellen unterschiedlicher Hersteller zusammenführen und präoperative wie intraoperative Diagnostik fusionieren lassen.

Dank dieser Infrastruktur lassen sich zum Beispiel OP- Navigationssysteme praxisnah entwickeln und erproben, deren Grundlagen im Nationalen Centrum für Tumor­er­krankungen – also nur wenige Meter von dem Neubau des Chirurgischen Zentrums entfernt – geschaffen werden. Diese Technologien erleben ihre Praxispremiere künftig in den neuen Operationssälen des Uniklinikums. Damit sind beispielsweise alle Dresdner, die sich einer Tumortherapie unterziehen müssen, bestens versorgt.

Das gilt nicht nur für die Chirurgie der Zukunft: Auch eine Vielzahl innovativer Krebsmedikamente werden am Uni­ver­sitätsklinikum im Rahmen von Studien in den medizinischen Alltag eingeführt. Damit können wir mit Fug und Recht sagen, dass es kaum eine andere Stadt in Deutschland gibt, die Tumorpatienten eine Versorgung auf einem der wissenschaftlich führendem und innovativem Niveau bietet. Darauf können wir alle stolz sein – ganz unabhängig von Beruf und eigenem Arbeitsplatz.

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