Wünsch Dir was!

Die Patientenzimmer werden eingerichtet. / Foto: Universitätsklinikum Dresden/Thomas Albrecht
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Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uniklinik ist der Neubau eine Chance, eigene Ideen in die Realität umzusetzen. Auch Wünsche der Ärzte und Schwestern werden dabei nicht außer Acht gelassen.

Eine Idee, die nicht verwirklicht wird, ist eben auch nur eine Idee. So wollte beispielsweise das Anästhesieteam den Patienten, die im Koma liegen, ermöglichen, immer mal wieder an der frischen Luft zu sein. Nun ist diese Idee Realität geworden: Im ersten Obergeschoss des Neubaus befindet sich ein Therapiebalkon. Dieser ist ausgestattet mit allem, was ein Intensivpatient braucht. Damit ist ein Aufenthalt auch für beatmete, schwerkranke Intensivpatienten mit komplettem Monitoring und unter intensivmedizinscher Therapie im Freien möglich.

Nicht minder im Fokus stehen die Mitarbeiter. Ihr Einsatz zum Wohle der Kranken erfordert höchste Konzentration und Einsatzbereitschaft. Und so ging es bei der Planung des neuen Hauses neben medizinischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten auch um die Bedürfnisse von Ärzten, Kranken­schwestern und Pflegepersonal. „Wir wollten etwas anbieten, dass es so in Deutschland noch nicht gibt“, sagt Wilfried Winzer, Kauf­männischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden. In den zentralen OP-Be­reich im Haus 32 integrierten die Planer ein Mitarbeiter­restaurant mit Ruhezonen und Balkon. „Für eine Versorgung müssen die Ärzte und Schwes­tern sich nicht mehr umziehen, durch die Schleuse und alles wieder zurück, sie bekommen ihre Mahlzeiten direkt vor Ort.“ In der installierten Küche wird das Essen auf- und nicht zubereitet. Für den Nacht- und Bereitschaftsdienst steht ein Automat mit Snacks und Getränken zur Verfügung. In der OP- Cafeteria wurde zusätzlich durch eine besondere Ausstattung mit Loungecharakter und Teeküche eine Insel zur Entspan­nung geschaffen. Für kurze Phasen der Ruhe sollen zusätzlich Auszeiten in den begrünten Innenhöfen sorgen.

Blick in den Empfangsbereich der Stationen des Hauses 32. / Foto: Universitätsklinikum Dresden/Thomas Albrecht

Die Gebäudekubatur ergibt sich aus der bebaubaren Fläche zwischen den Gebäuden Haus 59 und 33. In Konsequenz ergeben sich für die Pflegestationen lange Flure mit den Patienten­zimmern auf den nördlichen und südlichen Fas­sa­den­seiten. Diese Anordnung wird für das Pflegepersonal zu größeren Laufwegen führen. Gemeinsam mit der Pflege wurden deshalb mehrere Ver- und Ent­sor­gungsräume zur Verkürzung der Laufwege geplant.

Nachdem 2014 der erste abgestimmte Entwurf für den Neubau vorlag, wurde dieser im Rahmen einer Präsentation den zukünftigen Mitarbeitern des Neubaus vorgestellt. Das Wissen um die medizinischen Prozesse und Anforderungen der zukünftigen Mitarbeiter führte zu einer wichtigen Pla­nungsänderung. Im ursprünglichen Konzept sollte die bestehende Zentralsterilisation für die Sterilgutversorgung genutzt werden. Der eigentlich geplante Transportweg über den „Grünen Ring” – ein Verbindungsgang im OP-Bereich vom bestehenden OP-Zentrum Haus 58 bis in die OPs der Augen­klinik Haus 33 – wurde sehr deutlich abgelehnt. Nach­folgende Analysen und Untersuchungen der Logis­tik für die Sterilgut­versorgung bestätigten und begründeten die Ablehnung. Was nun? Im Ergebnis wurde im Neubau eine neue Zentral­sterilisation geplant und realisiert.

Der Freistaat Sachsen hat aufgrund des nachweislichen Bedarfs diese Projektänderung auch zusätzlich finanziell unterstützt.

Die neue Zentralsterilisation im Haus 32 wird mit ihren Kapazitäten zukünftig auf dem Campus noch vorhandene Außenstellen reduzieren helfen.                                             

Text: Ivette Wagner

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