Zahnmedizin 4.0: Wie cloudbasierte Technologien den Zahnarztbesuch revolutionieren
In der Dresdner Südvorstadt sieht die Gegenwart der Zahnmedizin bereits wie Zukunft aus: Smarte Mikroskope, handliche Zahn-Scanner und vernetzte 3D-Technik prägen das Bild in der Praxis von Dr. med. dent. Conrad Kühnöl.
Der Zahnarzt und Zahntechniker mit Masterabschluss in CAD-CAM Technologie, hat eine klare Vision: Durch intelligente Vernetzung digitaler Technologien werden aus Generalisten effiziente Spezialisten – zum Vorteil der Patienten. In seinem internationalen Team aus sieben Nationen arbeitet modernste Technik im Hintergrund, während vor Ort nahezu alles realisiert werden kann: von der Diagnostik über Zahntechnik bis zur 3D-Fertigung. Das Ergebnis? Weniger Schmerzen, kürzere Behandlungszeiten und bis zu 50 Prozent geringere Kosten bei gleichzeitig höherer Präzision. Während anderswo noch über die Digitalisierung der Zahnmedizin diskutiert wird, demonstriert Dr. Kühnöl in der Dresdner Südvorstadt täglich: Die Zukunft ist längst da!
Top: Was genau müssen sich Patienten unter cloudbasierter Zahnmedizin vorstellen?
Dr. Kühnöl: Stellen Sie sich vor, all Ihre zahnmedizinischen Daten wie Scans, Röntgenbilder, digitale Modelle sind intelligent vernetzt und jederzeit abrufbar. Wenn beispielsweise eine Seniorin nach einem Sturz neuen Zahnersatz benötigt und ihre alte Brücke bei uns digital hinterlegt ist, kann sie innerhalb von nur 60 Minuten mit neuem Zahnersatz nach Hause gehen. Die Geräte kommunizieren miteinander, Prozesse laufen automatisiert ab und können so aus individuell gespeicherten Daten den Zahnersatz der Patientin rekonstruieren. Das ist cloudbasierte Zahnmedizin.
Top: Welche Rolle spielt KI in Ihrer Praxis?
Dr. Kühnöl: In der Radiologie beispielsweise wertet unsere KI ein Röntgenbild in zwei Minuten aus. Der KI-Algorithmus kann 200 Graustufen unterscheiden, das menschliche Auge nur etwa 50. Auch bei der Wurzelkanalbehandlung unterstützt uns smarte Technologie: Der intelligente Bohrer stoppt automatisch am Ende des Wurzelkanals. Statt einer Stunde sitzt der Patient nur noch wenige Minuten auf dem Behandlungsstuhl – bei präzisen Ergebnissen.

Top: Wie wandelt sich die Zahnmedizin in Deutschland?
Dr. Kühnöl: Obwohl wir in Deutschland in vielen zahnmedizinischen Technologien führend sind, finden diese bisher zu wenig Anwendung. Durch vernetzte Assistenzsysteme und intelligentes Datenmanagement können allgemeine Zahnärzte heute Eingriffe durchführen, für die früher mehrere Spezialisten nötig waren. Bei komplexen Implantaten arbeiten wir mit dem digitalen Zwilling des Patienten, um beispielsweise Kronen und Implantate virtuell optimal an die Situation des Patienten anzupassen, ohne an ihm zu operieren. Die optimierten Daten werden dann nur noch übertragen.
Top: Was sind die größten Vorteile für Patienten?
Dr. Kühnöl: Dem Patienten werden meist mehrere Operationen zum Knochenaufbau erspart. Durch dentales Prototyping können wir zudem Brücken zunächst als kostengünstigen Prototyp fertigen. Der Patient testet eine Woche lang zu Hause, ob er damit essen, sprechen und sich wohlfühlen kann. Änderungswünsche lassen sich problemlos digital einarbeiten. Erst wenn alles perfekt passt, wird die endgültige Keramikversorgung gefertigt. Fazit: Kürzere Behandlungszeiten, weniger Schmerzen, voraussagbare Ergebnisse, meist bessere Qualität und häufig eine geringere finanzielle Belastung.
Top: Und bei Unfällen?
Dr. Kühnöl: Wenn bereits ein digitales 3D-Modell des Gebisses hinterlegt ist, können wir auch bei fehlenden Zähnen sofort handeln. Diese digitale Versicherung sollte eigentlich Standard sein – wird aber leider noch zu selten genutzt.
Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Conrad Kühnöl
Bayreuther Str. 30 01187 Dresden
Telefon: 0351 471 09 70
www.kuehnoel.de
Interview: Katrin Schindler

