Lichtimpulse gegen den Dauerstress der Augen

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Brennende, gerötete Augen, verschwommene Sicht, ein ständiger Griff zu Augentropfen: Das trockene Auge ist längst zur Volkskrankheit geworden. Im AugenCentrum Dresden setzt man seit einem Jahr auf eine innovative Therapieform, die im Großraum Dresden bislang einzigartig ist: die Behand­lung mit IPL, Intense Pulsed Light, also intensiv gepulstes Licht. Dr. Sören Waibel, Fach­­arzt für Augen­heil­kun­de, zieht eine erste Bilanz – und spricht über Be­hand­lungs­erfol­ge, Gren­zen und die Zu­kunft der Thera­pie.

Trockene Augen sind für viele Betroffene kein gelegentliches Problem, sondern ein chronischer Zustand. „Die meisten unserer Patienten haben bereits einen langen Leidensweg hinter sich“, sagt Dr. Sören Waibel. Tropfen, Salben, Lidrandhygiene – vieles wurde ausprobiert, oft mit nur begrenztem Erfolg. Genau an diesem Punkt setzt die IPL-Therapie an, die das AugenCentrum Dresden seit Anfang des vergangenen Jahres anbietet. Die Therapie richtet sich vor allem an Patienten mit einer Funktionsstörung der Meibom-Drüsen am Lidrand, der Hauptursache des trockenen Auges. „Diese Drüsen sind entscheidend für die fetthaltige Schicht des Tränenfilms“, erklärt Dr. Waibel. „Ist diese Schicht gestört, verdunstet die Tränen­flüssigkeit zu schnell – das Auge trocknet aus.“

Nicht ohne ausführliche Beratung

Die Behandlung erfolgt in drei Sitzungen im Abstand von 45 Tagen. Die Technologie sendet regulierte homogene Licht­impulse in die Hautzonen unterhalb und seitlich der Augen. Dort stimulieren diese Lichtimpulse über nervale Verbindungen die Meibom-Drüsen und regen sie an, wieder mehr Lipide zu produzieren. So wird die Qualität des Tränenfilms verbessert und die Verdunstung der Tränenflüssigkeit reduziert – ein entscheidender Schritt zur Linderung trockener Augen. „Das Verfahren ist kurz, gut verträglich und schmerzfrei“, so Dr. Waibel. Ein besonderes Augenmerk legt das AugenCentrum Dresden auf die sorgfältige Vorbereitung der Patienten. Vor jeder Therapie steht ein ausführliches Beratungsgespräch, inklusive Befunderhebung und Analyse möglicher Ursachen. „Nicht jedes rote oder tränende Auge ist automatisch für die IPL-Therapie geeignet“, betont der Facharzt. So ist beispielsweise bei bestimmten Fehlstellungen der Lider die Behandlung nicht sinnvoll, eine spezielle Autoimmunerkrankung des Bindege­webes schließt die Behandlung sogar aus. In solchen Fällen werden alternative Therapien angeboten.

Dr. Sören Waibel, Fach­­arzt für Augen­heil­kun­de am Augencentrum Dresden / © Bastian Hanitsch
Erste Bilanz nach einem Jahr

Nach einem Jahr Praxisbetrieb zieht das Team nun eine erste Bilanz. Grundlage ist ein eigens entwickelter Fragebogen, den die Patienten vor Beginn der Therapie und nach der dritten Sitzung ausfüllen. „Etwa 75 Prozent der Behandelten berichten über eine deutliche Verbesserung“, sagt Dr. Waibel. Vor allem das Brennen und Trockenheitsgefühl nehmen ab, die Augen wirken weniger gerötet, und viele Patienten benötigen deutlich weniger Augentropfen. Einzelne kommen sogar ganz ohne aus. Auch subjektive Verbesserungen spielen eine Rolle: „Viele sagen uns, dass sich die Sehschärfe stabilisiert hat oder dass sich die Augen insgesamt wieder ruhiger anfühlen.“ Für Patienten, die zuvor bis zu stündlich tropfen mussten, sei das eine enorme Erleichterung – auch im Alltag.

Auffrischung nach ein bis anderthalb Jahren

Die Altersstruktur der Behandelten ist dabei breit gefächert. Studenten mit intensiver Bildschirmarbeit gehören ebenso dazu wie ältere Patienten. Insgesamt wurden im ersten Jahr rund 120 IPL-Behandlungen durchgeführt. Trotz dieser Zahl bleibt die Therapie eine gezielte Maßnahme für einen vergleichsweise kleinen Teil aller Patienten mit trockenem Auge. „Die Mehrheit kommt mit klassischen Maßnahmen wie Tränen­­­ersatz und Lidrand­pflege gut zurecht“, erklärt Dr. Waibel. Der Effekt der IPL-Therapie hält in der Regel ein bis anderthalb Jahre an. Danach kann eine einzelne Auffrischungs­behandlung sinnvoll sein. Viele Patienten entscheiden sich bewusst dafür. „Wenn man weiß, dass eine Behandlung nur gelegentlich nötig ist, wird sie sehr gut akzeptiert“, so Dr. Waibel.

Echte Alternative gegen trockene Augen

Aktuell ist das AugenCentrum Dresden der einzige Anbieter dieser Therapie im Großraum Dresden. Der Grund liegt vor allem im hohen organisatorischen und personellen Aufwand. „Diese Patienten brauchen Zeit, Erfahrung und speziell geschultes Personal“, sagt Dr. Waibel. Hinzu kommen die Kosten für das Gerät und die einzelnen Lichtimpulse. Die Standardbehandlung beider Augen kostet ca. 650 Euro für die drei Sitzungen, eine Auffrischung ca. 250 Euro. Die Behandlungskosten werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei privaten Krankenkassen ist eine Kostenübernahme grundsätzlich möglich. Ob die IPL-Therapie künftig eine gesetzliche Kassen­leistung wird, sieht Dr. Waibel skeptisch. „Dafür wären große, langfristige Studien nötig. Realistisch betrachtet wird das eher nicht passieren.“ Dennoch ist er überzeugt vom Stellenwert der Methode – auch für die ärztliche Arbeit. „Wir hatten lange nur begrenzte Möglichkeiten. Jetzt können wir vielen Patienten endlich eine echte Alternative anbieten.“ Für Dr. Waibel jedenfalls ist das trockene Auge längst keine Randerscheinung mehr, sondern ein wachsender Schwerpunkt. „Unsere Jahresergebnisse sind gut, die Nachfrage hoch – und für viele Patienten bedeutet diese Therapie ein großes Stück Lebensqualität.“

LEISTUNGEN AUF EINEN BLICK
Grauer Star und Linse I Korrektur von Fehl­sichtig­keiten
Linsenoperation mit dem Femtolaser I Augendiagnostik
Sehschule I Grüner Star I Makula und Netzhaut
Trockenes Auge I Gutachten und Atteste
Vorsorgeuntersuchungen

AUGENCENTRUM DRESDEN
Medizinisches Versorgungszentrum
Prof. Dr. med. Andreas Böhm, Dr. med. Anne Lux & Kollegen
Trompeterstraße 5 I 01069 Dresden I 0351 89 66 35-0
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www.augencentrum-dresden.de

Redaktion: Philipp Demankowski

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