Grußwort zum Top Gesundheitsforum 2026

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von Prof. Dr. med. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand,Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Liebe Leserinnen und Leser,

können Sie sich erinnern, was vor zwanzig Jahren war? Vielen von Ihnen kommt dabei sicher sofort die Fußball-Weltmeister­schaft 2006 im eigenen Land in den Sinn – ein Sommer voller Begeisterung und Gemeinschaftsgefühl. Doch auch jenseits dieses besonderen Ereignisses war dies eine Zeit des Umbruchs, die den Beginn vieler Entwicklungen markierte, die uns bis heute begleiten. Es war auch der Beginn der Geschichte des Magazins, das Sie gerade in den Händen halten. Damals erschien die erste Ausgabe des Top Gesundheitsforums Dresden/Ostsachsen. Bis zur heutigen nunmehr zwanzigsten Ausgabe hat sich das Magazin zu einem wichtigen Leuchtturm für Medizin-, Gesundheit- und Lifestyle-Themen entwickelt und wird zurecht mit entsprechender Wertschätzung und Interesse gelesen. Herzlichen Glück­wunsch dazu!

In diesen zwanzig Jahren hat sich vieles weiterentwickelt, verändert und uns entsprechend vor herausfordernde Lernprozesse gestellt. Bereits jetzt ist absehbar, dass die Herausforderungen der vergangenen Monate, zum Beispiel bei gesetzlichen Ver­änderungen durch die Krankenhausreform oder bei der Sicher­stellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum nachwirken und uns auch in diesem Jahr begleiten werden. Sie fordern uns heraus, neue Wege zu gehen und genau hinzuschauen, welche Chancen sich daraus für die Zukunft der Gesundheitsbranche er­geben. Damit wir diese Chancen nutzen können, setzen wir hier in Dresden und in Ostsachsen auf ein stabiles Netzwerk und zahlreiche konstruktive Kooperationen. Dabei steht stets der Mensch im Mittelpunkt.

Patientinnen und Patienten in unserer Region können sich auf eine exzellente medizinische Versor­gung im Universitätsklinikum verlassen. Dies bestätigt auch das renommierte Krankenhausranking des Nachrichtenmagazins Focus für 2026. Mit Platz 4 unter Deutschlands besten Kliniken und Platz 1 in Sachsen wurde das Universitätsklinikum Dresden in 37 der 59 analysierten Kategorien mit dem Prädikat „TOP Klinik“ ausgezeichnet. Insbesondere in den Bereichen Onko­lo­gie, neurologische und psychische Erkrankungen sowie Stoff­wechselkrankheiten verfügt das Universitätsklinikum über herausragende Expertise in der Patientenversorgung. Modernste diagnostische und therapeutische Verfahren kommen dabei zum Einsatz – entwickelt in engem Austausch mit den Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftlern der Medizinischen Fakul­tät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden.

Rankings wie dieses spiegeln die erfolgreiche Arbeit am Univer­sitätsklinikum wider und sind zugleich Ansporn, diese Spitzen­positionen weiter auszubauen. In der aktuellen Situation ist es aber auch wichtig, sich intensiv mit Themen wie dem demografischen Wandel, dem Fachkräftemangel und den rasanten Fortschritten in Forschung und Technologie auseinanderzusetzen. Wie viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, sehen auch wir in dieser Zeit die Notwendigkeit und die Chance für Transformationen. Diese gelingen durch klare Strategien, neue Versorgungsmodelle und vor allem durch interdisziplinäre Zu­sam­menarbeit. Eine zukunftsfähige medizinische Versor­gung braucht mehr als exzellente Spitzenmedizin in der Großstadt – sie braucht auch die Absicherung der Versorgung im ländlichen Raum. Die Grundlage dafür schafft insbesondere das partnerschaftliche Zusammenspiel von Krankenhäusern und niedergelassenen Einrichtungen. Ein zukunftsweisendes Gesund­heits­system lebt von den Menschen, die es gestalten, tragen und kontinuierlich weiterentwickeln.

In diesen bewegten Zeiten sind mir in den vergangenen Wochen zwei Schlagzeilen in den Medien begegnet, die kaum gegensätzlicher sein könnten und dennoch viel gemeinsam haben. Zum einen veröffentlichte das Robert Koch-Institut eine Studie, nach der nahezu jeder zweite Mensch in Deutschland im Laufe seines Lebens an Krebs erkrankt. Zum anderen hat sich der sogenannte Longevity-Trend längst über das Silicon Valley hinaus verbreitet und zieht milliardenschwere Investitionen ebenso nach sich wie ethische und philosophische Debatten. Beide Themen machen deutlich, wie wichtig es ist, in einer komplexen und informationsüberfluteten Zeit genau hinzuschauen – insbesondere in der Medizin und bei Gesundheitsthemen. So ist in den vergangenen 25 Jahren die Zahl der Krebstodesfälle deutlich gesunken, ebenso die Zahl der Neuerkrankungen. Und auch beim Thema Longevity sollte der Fokus weniger darauf liegen, das Altern zu überwinden, sondern vielmehr darauf, Menschen möglichst lange gesund und frei von chronischen Erkrankungen zu halten. Prävention ist dabei ein zentraler Baustein – wie Sie auch in dieser Aus­gabe erfahren werden.

Präventive Maßnahmen im Gesundheits­bereich sind immer sinnvoll, sei es in den Bereichen Ernährung, Bewegung oder Vorsorgeuntersuchungen. Auch wir als Universitätsklinikum möchten, dass Sie gesund bleiben – und gesund werden. Als Maximalversorger sehen wir es als unsere Aufgabe, unseren Patientinnen und Patien­ten in allen Bereichen eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau zu bieten. Jährlich betreuen wir über 55.000 Patientinnen und Patienten stationär; hinzu kommen mehr als 167.000 ambulante Behandlungen. Möglich wird dies durch das Engagement von 7.690 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Medizin, Pflege und Verwaltung.

Dabei ist das Universitätsklinikum nur ein Teil eines starken Ganzen. Dresden verfügt über eine exzellente Forschungs­land­schaft sowie innovative Unternehmen in den Bereichen Medizin­technologie und Life Sciences. Hier sehe ich großes Potenzial, neue Partnerschaften zu entwickeln – etwa in der digitalen Diagnostik, der personalisierten Medizin oder der Robotik. Dafür braucht es tragfähige Netzwerke und gute Ideen. Wohin uns diese in weiteren zwanzig Jahren führen werden, können wir gemeinsam gestalten. Einige der Akteure, die diese Zukunft mitgestalten, werden auch in dieser Ausgabe zu Wort kommen. Ich wünsche Ihnen für den Moment eine anregende und aufschluss­reiche Lektüre.

Ihr Prof. Dr. med. Uwe Platzbecker
Medizinischer Vorstand,
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

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