Grußwort zum Top Gesundheitsforum 2017/2018

Professor Dr. med. habil. Detlev Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden / Foto: © Christoph Reichelt
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von Professor Dr. med. habil. Detlev Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden

Liebe Leserinnen, liebe Leser des Top Gesundheitsforums,

wir leben heute in einer Welt, die von einer nie dagewesenen Dynamik geprägt ist. Vor allem technische Innovationen treiben diese Entwicklung voran. Allgegenwärtig ist hierbei die Digitalisierung, die anfänglich ein kostspieliges Hightech-Instrument war, um größte Datenmengen automatisiert zu verarbeiten und Produktionsprozesse zu verarbeiten. Bank­auto­maten und immer perfekter und individueller gestaltete Autos machten dies im Alltag sichtbar. Noch radikaler griffen Smartphones in unsere Lebens- und Informationsgewohnheiten ein. In gerade einmal zehn Jahren hat diese Technologie den Alltag verändert – und das weltweit. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich nur ungern mit unangenehmen Dingen wie schweren Krankheiten beschäftigt. Und doch lohnt es sich, einen Blick auf die Hochleistungsmedizin zu werfen. Auch hier sind die Entwicklungen nicht nur äußerst dynamisch, sondern ebenso faszinierend. Die Leser des Top Gesundheitsforums haben das Privileg, dass in ihrer engen Nachbarschaft an der Medizin von Morgen gearbeitet wird: Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und der gleichnamigen Medizinischen Fakultät der Techni­schen Universität sowie an vielen anderen universitären und außeruniversitären Einrichtungen. Dank dieser Vielfalt an Institutionen entwickelte sich die Landeshauptstadt zu einem der führenden deutschen Forschungsstandorte der Lebens­wissenschaften.

Eines der übergeordneten Ziele der Wissenschaftler ist die individualisierte Präzisionsmedizin, die sich – von der breiten Öffentlichkeit kaum beachtet – ebenso dynamisch entwickelt wie die Kommunikationstechnologie. Im Fokus steht dabei das Erkennen und Behandeln von Krebserkrankungen. Unser Wissen um die individuelle Beschaffenheit von Tumoren eröffnet neue Perspektiven für frühere und wirksamere Therapien. Zur enormen Dynamik des wissenschaftlichen Fortschritts in der Medizin leistet das Wissen um die individuellen molekularbiologischen und genetischen Eigenschaften von menschlichem Gewebe einen wichtigen Beitrag. Auf dem Campus der Hochschulmedizin Dresden arbeiten mehr als 1.000 Forscher an diesen Themen und tragen so zu dem weltweit hervorragenden Ruf der Stadt als Top-Wissenschaftsort bei. Das Besondere der Hochschulmedizin Dresden ist die pa­tien­tennahe Forschung. Beispiele dafür sind das OncoRay-Zen­trum oder die Universitäts ProtonenTherapie.

Viele der hier tätigen Wissenschaftler sind auch in der Krankenversorgung tätig und arbeiten daran, ihre Patienten so früh wie möglich mit den neuesten Therapieverfahren zu behandeln. Die dazu notwendige Infrastruktur – das sind vor allem Gebäude und Labore – entstand und entsteht in Dresden mit der großzügigen Unterstützung von Bund und Freistaat Sachsen. Aktuelles Beispiel ist der Neubau des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden, in dem künftig mehr als 200 Wissenschaftler und forschende Ärzte zusammenarbeiten.

Der Einzug der individualisierten Medizin in den Versor­gungs­alltag wird trotz günstiger werdender Untersuchungs­methoden mit höheren Kosten verbunden bleiben. Das liegt auch daran, dass sich die dafür zu etablierenden Standards dank des medizinischen Fortschritts schneller als bisher ändern werden. Um trotz dieser Dynamik vor allem schwere Krankheiten wie Krebs oder Autoimmunerkrankungen effizient diagnostizieren und therapieren zu können, müssen diese Leistungen auf wenige große wissenschaftliche Zentren konzentriert werden. Dresden ist hier unter anderem mit dem Universitäts KrebsCentrum sowie dem NCT und seinen Partnerinstitutionen hervorragend aufgestellt.

Ihr Prof. Dr. med. D. Michael Albrecht

www.uniklinikum-dresden.de

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