Dresdner Uniklinikum baut Drehscheibe für die Chirurgie

Das neue Operative Zentrum bietet optimale Bedingungen für innovative OP-Methoden. / Foto: Universitätsklinikum Dresden/Thomas Albrecht
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Neues Operatives Zentrum im Haus 32: Gebäudekomplex mit neuer chirurgischer Notaufnahme, Operationstrakt und Intensivstation geht im Herbst schrittweise in Betrieb und bietet optimale Bedingungen für innovative OP-Methoden.

Der Freistaat Sachsen und das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden haben mehr als 111 Millionen für den Bau und die Ausstattung des neuen Operativen Zentrums investiert. Der Neubau ist direkt an den bestehenden zentralen OP-Trakt  in den Häusern 58 und 59 angeschlossen und dank der Übergänge zu den Kliniken für Augenheilkunde sowie für HNO-Heilkunde optimal in das Gebäudeensemble integriert. Das fünfstöckige Haus mit einer Nutzfläche von rund 11.000 Quadratmetern beherbergt hochmoderne OP-Säle, eine Chirurgische Notaufnahme, einen Ambulanz­be­reich sowie eine Intensiv- und drei reguläre Pflegestationen für insgesamt 132 Patienten.

Mit dem Neubau entsteht eines der effizientesten Kranken­haus­­gebäude Deutschlands. Denn die Planer haben in Zu­sam­menarbeit mit den Ärzten ein hervorragendes Ver­hältnis zwischen geringstmöglicher Verkehrs- und höchstmöglicher Nutz­fläche erzielen können, bestätigt das Fraunhofer Institut in einem Gutachten. „Wir haben nun ausreichend Platz für die moderne Patientenversorgung von heute und werden auch den Erfordernissen der nächsten 20 Jahre gerecht“, sagt Prof. Dr. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklini­kums. Beleg dafür sind unter anderem die in Haus 32 geplanten, sehr kurz gehaltenen Wege für Patienten und Mitarbeiter. Sie stellen die optimalen Abläufe in der Kranken­versorgung sicher. Zudem sind auch Grundrisse und Aus­stattungen der einzelnen Räume auf höchste Flexi­bilität ausgerichtet. Dank dieser Anpassungsfähigkeit lassen sich die Flächen entsprechend dem aktuellen Tagesbedarf der chirurgischen Kliniken nutzen. Dies kommt nicht nur den Patienten zugute, die zügiger behandelt werden können, sondern dem Uniklinikum insgesamt als Unternehmen, da der Neubau eine größtmögliche betriebswirtschaftliche Effizienz erreicht.

Der Neubau eröffnet vor allem den chirurgischen Fächern – von der Neurochirurgie bis zur Orthopädie – neue Dimen­sio­nen. Dazu tragen auch fünf Spezial-OP bei, die in dem Neubau integriert sind. Zwei OP-Säle verfügen über einen direkten Zu­gang zu einem Magnetresonanztomographen (MRT), mit dem eine besonders detaillierte Darstellung der Organe möglich ist. Zwei weitere Operationssäle verfügen über spezielle Röntgengeräte. In diesen sogenannten Hybrid-OP können Chirurgen Katheter-Eingriffe und auch offene Operationen unter Röntgen­kon­trolle vornehmen. Ein spezieller OP-Saal bietet zudem eine besondere technische Infrastruktur, um computerunterstützte chirurgische Geräte mit weiteren medizinischen Daten zu vernetzen. Der fünfte Spezial-OP ist mit einem Bestrahlungsgerät ausgestattet. Damit lässt sich un­mit­telbar nach dem Operieren des Tumors das angrenzende Gewebe bestrahlen.

Aber auch die Bedürfnisse der Mit­­arbeiter wurden bei der Planung stärker in den Fokus genommen: Erstmals in Deutsch­­­land erhält der Zentral-OP-Bereich direkt vor Ort ein eigenes Mit­arbeiterres­tau­rant mit Ruhezonen und Balkon. Die Dienst­räume sind OP-nah angeordnet. Für Mitarbeiter, Patienten und Besucher sind alle Innenhöfe als Aufenthalts- und Pausenzonen geöffnet. Die Intensiv­station verfügt über eine überdachte Terrasse. Damit ist ein Aufenthalt auch für beatmete, schwerkranke Intensiv­patien­ten mit komplettem Monitoring und unter intensivmedizinischer Therapie im Freien möglich.                                                                             

Text: UKD

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